Flüchtlinge brauchen Perspektiven

Unwissenheit, Unsicherheit, Ängste – viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft. Nicht zuletzt an den letzten Wahlergebnissen und dem Einzug der AFD in den Bundestag kann man das ablesen:
Während die einen Sorge haben, etwas von ihrem oft mühevoll erreichten Wohlstand und Status in der Wohlstandsgesellschaft zu verlieren, sind die Sorgen der Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz gefunden haben, geradezu existenziell. Wohnungssuche und die Suche nach Arbeit prägen ihren Alltag, und tatsächlich sind ihre Mühen nicht ergebnislos, wie man in dieser Ausgabe des RT-Journals sehen kann.

Wenn jedoch die ganze Anstrengung der letzten zwei, drei Jahre zunichtegemacht werden kann, wenn das Klingeln an der Haustüre das Signal für die Abschiebung sein kann, wenn man weiß, dass auch nachts um 3 Uhr die Polizei ihre Arbeit macht – wer kann da noch ruhig schlafen und anderntags frisch und munter seine Integration vorantreiben?

Um es deutlich zu sagen: Flüchtlinge brauchen vor allem einen rechtlichen Status, der auch denen Sicherheit gibt, die sich auch ohne Anerkennung eine Zukunft aufbauen. Das fordern Betriebe, die in die Ausbildung von Flüchtlingen investieren wollen. So denken Führungskräfte der Wirtschaft und nicht zuletzt der Direktor der Bundesanstalt für Arbeit.
So falsch es ist, Probleme bei der Integration zu leugnen, müssen auch Flüchtlinge, denen es schwerfällt, eine eigenständige Existenz aufzubauen, unterstützt werden. Heute brauchen sie uns, auf lange Sicht werden wir sie brauchen.
Martialische Maßnahmen und Schaufensterpolitik für besorgte Wähler stärken nur Rassisten und Hetzer. Ein friedliches Zusammenleben aller basiert auf den fälligen Investitionen in Integration und soziale Sicherheit. Hingegen schadet Populismus der ganzen Gesellschaft.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag auf unserer Web-Seite „Mein Leben in Deutschland ist unsicher aber zurück nach Gambia ist keine Option“.
Lesen Sie dazu auch den Artikel im Schwäbischen Tagblatt Tübingen „Drohende Abschiebung für Fatah Gholizadeh aus Afghanistan“

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